Sonntag, 11.12.2011, 20h
Theater im BallsaalTerry Jennings String Quartet (1960)
Terry Riley String Quartet (1960)
La Monte Young Death Chant (1961)
| Ensemble TRA I TEMPI | |
|---|---|
| Kalina Kolarova | Violine |
| Eva Wolsing | Violine |
| Christiane Veltman | Viola |
| Elisabeth Fügemann | Violoncello |
Mit Musik von La Monte Young, Terry Riley und Terry Jennings aus den Jahren 1960/61 begibt sich TRA I TEMPI auf Spurensuche in den Anfängen der amerikanischen Minimal-Music und der Fluxusbewegung.
Die Freunde von damals, La Monte Young und Terry Riley, haben sich zu legendären Gestalten, auf sehr unterschiedliche Weise zu Kultfiguren, der Minimal-Music entwickelt – so werden besonders die Platten von La Monte Young zu hohen Sammlerpreisen gehandelt.
Terry Jennings hingegen, der vor genau 30 Jahren, am 11. Dezember 1981 in San Pablo (Kalifornien) im Alter von nur 41 Jahren starb, ist mit seiner äußerst radikalen und sensiblen Musik ein Geheimtipp. Hochbegabt und jung war er der Klarinettist der New-Yorker Szene. Seine Musik muss in weiten Teilen noch entdeckt werden.
Dienstag, 15.11.2011, 20h
Alte Feuerwache KölnJamilia Jazylbekova Trakl Prolog (UA)
Anton Webern 6 Lieder nach Gedichten von Georg Trakl op. 14 für Stimme, Klarinette, Bassklarinette, Geige und Violoncello
1. „Die Sonne“
Ensemble TRA I TEMPI Improvisation I
Anton Webern 2. „Abendland I“
Anton Webern 3. „Abendland II“
Anton Webern 4. „Abendland III“
Ensemble TRA I TEMPI Improvisation II
Anton Webern 5. „Nachts“
Ensemble TRA I TEMPI Improvisation III
Anton Webern 6. „Gesang einer gefangenen Amsel“
Michael Veltman Trakl Epilog (UA)
| Ensemble TRA I TEMPI | |
|---|---|
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Heather Roche | Klarinette |
| Christiane Veltman | Viola/Violine |
| Elisabeth Fügemann | Violoncello |
| Michael Veltman | Leitung |
Dieser durchkomponierte Konzertabend thematisiert die Spannung zwischen Chaos und Ordnung als Gegenpole schöpferischer Vorgänge.
Ausgangspunkt und inneres Gerüst des Abends sind Anton Weberns 6 Lieder nach Gedichten von Georg Trakl op. 14 für Stimme, Klarinette, Bassklarinette, Geige und Violoncello.
Die hochexpressionistischen Texte Trakls, der sein Leben nie auch nur annähernd aus dem Chaos herausführen konnte, der seine Texte unter Drogen verfasste, der seinem Leben im Angesicht der Erlebnisse am Beginn des ersten Weltkrieges ein Ende setzte, finden überraschend ihren musikalischen Ausdruck in der aufs äußerste durchorganisierten, filigranen Sprache Weberns. Extreme berühren sich.
Die Aufführung der Webern-Lieder wird durch Ensemble-Improvisationen unterbrochen. In diesen Improvisationen geht es weniger um eine Reaktion auf die musikalische Sprache Weberns (die in ihrer Sparsamkeit und Zartheit der Ästhetik des Ensemble TRA I TEMPI sicher sehr nah steht) oder auf die Texte Trakls.
Vielmehr geht es um eine grundsätzliche Übung, die das Chaos oder auch die wirkliche Leere als Ausgangspunkt einer Ensemble-Improvisation zulässt, vorgefertigte Strukturen nicht akzeptiert und aus Momenten völliger Freiheit der Reaktion auf eine tiefere Ordnung hofft.
Den Rahmen des Programms bilden Uraufführungen von Kompositionen, die das Ensemble TRA I TEMPI für dieses Projekt entstehen lassen möchte.
Die in Bremen und Bonn lebende – international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete – Jamilia Jazylbekova (geboren in Kasachstan) schreibt einen Prolog, Michael Veltman, der musikalische Leiter von TRA I TEMPI, einen Epilog zu diesem Abend.
Beide Werke sollen sich auf die Grundthematik des Abends beziehen. Ausgehend von der suggestiven Bildsprache Trakls entstehen Bilder, die in ihren Tiefenstrukturen Chaos und Ordnung widerspiegeln, Nachts.
Donnerstag 3.11.11, 20:05 h
Radio: WDR 3Johannes Fritsch NACHTSTÜCK (1986/2008), Streichquartett Robert Walser zu Ehren (UA)
Michael von Biel Streichquartett Nr. 2
B. A. Zimmermann Streichquartett
Helmut Lachenmann Gran Torso. Musik für Streichquartett (1971/76/88)
| Asasello Quartett |
Mitschnitt des Konzertes vom 2.7.2011, 19:30 h in der Kunststation St. Peter
Donnerstag 27.10.11, 20:05 h
Radio: WDR 3MATTINA ROMANA (1976)
IX'99X (1999) für Orgel
DUNKLES DENKEN (2010) auf ein Gedicht von G.S. Dombrady für Bariton, Bassklarinette, Kontrabass, Cembalo, Klavier, Schlagzeug (UA)
VIOLA DUO (2004) Version des CELLO DUO (1983) für zwei Bratschen (UA)
EINSCHÜBE / ABGESANG (2008) für Bassklarinette, Klavier und Schlagzeug
| e-mex Ensemble | ||
|---|---|---|
| Fabian Hemmelmann | Bariton | |
| Joachim Striepens | Klarinette, Bassklarinette | |
| Grzegorz Jandulski | Kontrabass | |
| Claudia Schott | Cembalo | |
| Martin von der Heydt | Klavier | |
| Michael Pattmann | Schlagzeug | |
| Vincent Royer und Christiane Veltman | Viola | |
| Bernhard Haas | Orgel |
Mitschnitt des Konzertes vom 2.7.2011, 16 h in der Kunststation St. Peter
Johannes Fritsch DAMALS (1992) für Tonband, Schauspieler und Orgel, auf einen Text von Samuel Beckett
| Mathias Herrmann | Stimme und Schauspieler |
| Michael Veltman | Orgel |
| Andreas Wagner | Klangregie |
Mitschnitt des Konzertes vom 2.7.2011, 21:30 h in der Kunststation St. Peter
Dienstag, 25.10.2011, 20h
Theater im BallsaalSONETT (2000) für Violine und Klavier
VIII '94 (1994) für Altflöte mit Tempelglocke
VIOLA DUO (2004) Version des CELLO DUO (1983) für zwei Bratschen
STREICHTRIO (2006) für Violine, Viola, Violoncello
| Ensemble TRA I TEMPI | |
|---|---|
| Evelin Degen | Altflöte |
| Christiane Veltman | Violine/Viola |
| Vincent Royer | Viola |
| Elisabeth Fügemann | Violoncello |
| Michael Veltman | Klavier |
Im April 2010 verstarb der Komponist, Kompositionslehrer, Autor und Verleger Johannes Fritsch, einer der führenden Köpfe der Neuen Musik in Deutschland.
Sein berühmtes Feedback-Studio – Produktionsort vieler seiner elektronischen Kompositionen, Konzertort und Sitz seines Verlages – befand sich in Köln, ebenso wie auch seine Wirkungsstätte als Kompositionslehrer, die Musikhochschule Köln.
Sein Wohnort allerdings war Bonn-Oberkassel und in Bonn ist Johannes Fritsch auch gestorben.
„Meine Großväter sind Mahler und Ives, meine Väter Bernd Alois Zimmermann, bei dem ich studiert habe, und Karlheinz Stockhausen, mit dem ich eng zusammenarbeitete. Seit den 80er Jahren kommt in die Familie meiner Ahnen noch, quasi als Onkel, Morton Feldman hinzu.“
Seine heute zu hörende, späte Kammermusik sind formal einfache, aber klanglich äußerst differenzierte Kompositionen, in denen er mit dem Ziel „in Klarheit und Bescheidenheit nur das Notwendigste zu sagen“ ein Höchstmaß an Transparenz und Verständlichkeit anstrebt.
Das Ensemble TRA I TEMPI erinnert an Johannes Fritsch, der mehrfach die Konzertreihe Erlebnis Neue Musik im Ballsaal besucht hat und der für TRA I TEMPI komponiert hat.
Sonntag, 16.10.2011, 16h
Kunstforum St. ClemensArnold Schönberg Das Buch der hängenden Gärten op. 15 (1910) für Singstimme und Klavier
Robert Schumann Liederkreis op. 39 (1840)
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Michael Veltman | Klavier |
Der als Eden erdachte Garten der legendären Terassen der Semiramis dient Schönbergs Georgeliedern als Kulisse für Verheißungen von Glückseligkeit in kaum versteckter Erotik. Bei Schumanns Eichendorff-Vertonungen werden verwunschene, idyllische Winkel zur Seelenlandschaft, werden verwinkelte Gefühlsregungen so mit der Landschaft verwoben, daß diese wieder zum Symbol für das Innerste wird.
Den beiden Komponisten scheinen sich der stilbildenden Wirkung ihrer Liedkompositionen bewußt gewesen zu sein. Schumann schreibt 1840 zum Liederkreis an Clara Wieck: „Der Eichendorffsche Zyklus ist wohl mein Allerromantischstes und es steht viel von Dir darin.”
Anläßlich der Wiener Uraufführung des ‚Buchs der hängenden Gärten’ im Januar 1910 schrieb Schönberg: „Mit den Liedern nach George ist es mir zum erstenmal gelungen, einem Ausdrucks- und Formideal nahezukommen, das mir seit Jahren vorschwebt.”
Samstag, 10.9.2011, 21h
Tenri KulturwerkstattGyörgy Kurtag Kafka-Fragmente, Op.24 (Auszüge) für Sopran und Violine
Michael Veltman Hinabgetaucht für Stimmen, Viola und Klavier
| Ensemble TRA I TEMPI | |
|---|---|
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Christiane Veltman | Viola/Violine |
| Michael Veltman | Klavier |
György Kurtag (*1926) gilt heute – neben György Ligeti – als der bedeutendste zeitgenössische ungarische Komponist.
Über den Kompositionsprozess seines Zyklus’ „Kafka-Fragmente“ op. 24 äußerte er sich: „Ihre Welt (der sprachlichen Fundstücke aus Kafkas Briefen, Tagebüchern etc.) aus knappen Sprachformeln, erfüllt von Trauer, Verzweiflung und Humor, Hintersinn und so vielem zugleich, ließ mich für anderthalb Jahre nicht mehr los.“
So entstanden in rascher Folge 40 Stücke für Sopran und Violine, Stücke von aphoristischer Kürze, äußerster Dichte und großer expressiver Kraft, aus denen eine Auswahl zu hören ist.
„Hinabgetaucht ist der Mond und mit ihm die Plejaden“, ein (ungesichertes) Textfragment der Sappho von Mytilene (ca. 600 v. Chr.) ist der Ausgangspunkt des neuen Stückes für Stimmen, Viola und Klavier von Michael Veltman, das als Uraufführung zu hören ist. Es spiegelt – wie viele seiner Kompositionen – die Suche nach einer Musik wider, die nichts will, außer sich selbst.
Samstag, 2.7.2011
Kunststation St. Peter16h
MATTINA ROMANA (1976)
IX'99X (1999) für Orgel
DUNKLES DENKEN (2010) auf ein Gedicht von G.S. Dombrady für Bariton, Bassklarinette, Kontrabass, Cembalo, Klavier, Schlagzeug (UA)
VIOLA DUO (2004) Version des CELLO DUO (1983) für zwei Bratschen (UA)
EINSCHÜBE / ABGESANG (2008) für Bassklarinette, Klavier und Schlagzeug
| e-mex Ensemble | ||
|---|---|---|
| Fabian Hemmelmann | Bariton | |
| Joachim Striepens | Klarinette, Bassklarinette | |
| Grzegorz Jandulski | Kontrabass | |
| Claudia Schott | Cembalo | |
| Martin von der Heydt | Klavier | |
| Michael Pattmann | Schlagzeug | |
| Vincent Royer und Christiane Veltman | Viola | |
| Bernhard Haas | Orgel |
19:30h
Johannes Fritsch NACHTSTÜCK (1986/2008), Streichquartett Robert Walser zu Ehren (UA)
Michael von Biel Streichquartett Nr. 2
B. A. Zimmermann Streichquartett
Helmut Lachenmann Gran Torso. Musik für Streichquartett (1971/76/88)
| Asasello Quartett |
21:30h
Johannes Fritsch DAMALS (1992) für Tonband, Schauspieler und Orgel, auf einen Text von Samuel Beckett
| Mathias Herrmann | Stimme und Schauspieler |
| Michael Veltman | Orgel |
| Andreas Wagner | Klangregie |
Dienstag, 08.02.11, 20:05 Uhr
Radio: WDR 3Ensemble TRA I TEMPI
Mitschnitt des Konzertes vom 26.Oktober 2010 in der Alten Feuerwache Köln mit Werken von Friedrich Jaecker, Giacinto Scelsi, Morton Feldman und Michael Veltman
Sonntag, 19.12.2010, 19h
Theater im BallsaalMorton Feldman For Christian Wolff (1986)
| Evelin Degen | Flöte |
| Michael Veltman | Klavier, Celesta |
Die faszinierende Musik des „poetischen Extremisten“ Morton Feldman, besonders seine späten, langen Kompositionen, sind ein Schwerpunkt des Ensemble TRA I TEMPI.
Hörer und Interpreten begeben sich in diesen leisen, von extremer innerer Spannung getragenen, Kompositionen auf eine Reise.
„Es ist, als ob es eine kontinuierliche Brechung des Lichtes gäbe. Ich höre etwas, das fast dasselbe ist – aber nicht wirklich dasselbe.“
Zusammen mit Christian Wolff und Earle Brown gehörte Morton Feldman im New York der 60er zu dem Kreis um John Cage.
Ein Jahr vor seinem Tod betitelt Feldman sein großes Werk für Flöte und Klavier/Celesta in Erinnerung an eine seitdem bestehende Freundschaft, gleichzeitig aber einen sehr unterschiedlichen kompositorischen Weg „For Christian Wolff“.
Sonntag, 31.10.2010, 20h
Theater im BallsaalBéla Bartók Sonate für Violine solo (1944)
Emmanuel Nunes Einspielung I (1979) für Violine solo
Michael Veltman hoch (UA, 2010) für Violine solo
| Pi-chao Chen | Violine |
Bartóks „Sonate für Violine solo“ ist ein Klassiker der Moderne. Sie ist ein Auftragswerk des berühmten Geigers Yehudi Menuhin, der Bartók vor allem durch seine Interpretation der Bachschen Sonaten für Violine solo „in ausgezeichnetem klassischen Stil“ beeindruckt hat.
Zwischen November 1943 und März 1944 schreibt Bartók dieses Werk als Summe seiner kompositorischen Kunst. Er ist todkrank und diese Sonate wird sein letztes vollendetes Werk.
Emmanuel Nuñes wurde 1941 in Lissabon geboren, studierte Komposition bei Pierre Boulez, Henri Pousseur und Karlheinz Stockhausen. Nach Lehrtätigkeiten u.a. in Lissabon und Freiburg war Nuñes von 1992 bis 2006 Professor für Komposition am Pariser Conservatoire. Seine „Einspielung I“ (1979) für Violine solo ist ein hochvirtuoses und emotionsgeladenes Feuerwerk.
Die Geigerin Pi-chao Chen wurde in Taipeh, Taiwan, geboren und kam 1973 als Jungstudentin nach Deutschland. Sie studierte hier bei André Gertler und Norbert Brainin sowie bei Dorothy Delay in Boston/USA. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht die zeitgenössische Musik. Als Solistin und Kammermusikerin spielte sie auf den wichtigsten internationalen Festivals für Neue Musik und machte Aufnahmen für Rundfunkanstalten wie den WDR, den portugiesischen Rundfunk oder den RAI in Italien.
Für Pi-chao Chen schreibt Michael Veltman ein neues Werk für Violine solo, das in diesem Konzert uraufgeführt wird.
Dienstag, 26.10.2010, 20h
Alte Feuerwache KölnFriedrich Jaecker noch tastend (2010, UA) für Bassflöte, Klarinette, Sopran, Schlagzeug, Violine, Viola, Violoncello
Friedrich Jaecker Schatten, Bilder (2004) für Kontrabaß und Schlagzeug
Friedrich Jaecker Sphinx (1999) für Sopran, Altflöte und Viola
Giacinto Scelsi Manto per quatro (1974) für Stimme, Flöte, Posaune und Violoncello
Morton Feldman Viola in my life 1 für Viola, Flöte, Violine, Violoncello, Klavier, Schlagzeug
Michael Veltman hoch (UA, 2010) für Violine solo und Flöte, Bassklarinette und Viola
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Flöte |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Alex Brungert | Posaune |
| Pi-chao Chen | Violine |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Gottfried Engels | Kontrabass |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Michael Veltman | Leitung |
Das Ensemble TRA I TEMPI wurde 1992 von Friedrich Jaecker mit gegründet. Seitdem ist Friedrich Jaecker dem Ensemble als Komponist – zahlreiche Werke sind von den Interpreten des Ensembles inspiriert – und als Interpret eng verbunden.
So ist es nur folgerichtig, dass das Ensemble TRA I TEMPI zum 60. Geburtstag des Komponisten und Hochschullehrers Friedrich Jaecker ein Konzert – quasi von Innen heraus – veranstaltet, das ein umfassendes Bild Jaeckers, seines Schaffens, aber auch seiner tiefen Gedankenwelt über das Komponieren und seiner Bezugspunkte entstehen lässt.
Seit 1977 lehrt Jaecker an der Musikhochschule Köln Musiktheorie. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind neben historischen Satztechniken, insbesondere der Polyphonie der Renaissance, die Analyse Neuer Musik. Oft verbunden mit Besuchen von Proben und Aufführungen, vermitteln seine Seminare ein lebendiges und kritisches Bild der Musik der Gegenwart. Projekte mit Aufführungen (z.B. von Werken Feldmans und Scelsis) verbinden Analyse und Aufführungspraxis. Lange setzte er sich intensiv für die Gründung eines Instituts für Neue Musik ein, das vor kurzem seine Arbeit aufnehmen konnte.
Der Hauptfachunterricht bei Friedrich Jaecker ist ein Dialog, offen gegenüber dem Schüler, der häufig durch die Spiegelung seiner Selbst, ja die Zurückgeworfenheit auf sich selbst, lernt.
Friedrich Jaeckers wichtigstes Anliegen aber ist immer das eigene Komponieren geblieben. Vollkommene Ehrlichkeit, ein tiefer Sinn für Empfindung, aber auch Geduld und Ausdauer kennzeichnen seinen Schaffensprozess, der über die Jahre ein Oeuvre von großer Breite hervorgebracht hat.
Samstag 25.9.2010, 22 Uhr
Institut Francais de CologneAlban Berg Die Nachtigall, Traumgekrönt aus „Sieben frühe Lieder“ (1907) für Sopran und Klavier
Giacinto Scelsi Xnoybis (1964) für Violine
Michael Veltman Dunkle Lieder 1 und 2 (2008/2010) für Sopran, Viola, Klavier
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Christiane Veltman | Viola/Violine |
| Michael Veltman | Klavier |
Musik aus dem inneren Hören, die konstruktivistisches Denken bewusst ignoriert, sich vielmehr aus assoziativen Welten, wie sie der Traum frei aus unserer Erlebniswelt und unseren Sehnsüchten zusammenstellt, das ist die Musik, die das Ensemble TRA I TEMPI liebt und heute vorstellt.
Der italienische Adlige Giacinto Scelsi improvisierte seine Kompositionen in tranceartigen Zuständen in verschiedenen Schichten auf Tonbänder. Sie kreisen meist um einen Ton, tasten seine Grenzen ab, engen ihn ein, blähen ihn auf, bis ins Unwirkliche, Traumhafte.
Alban Bergs „Frühe Lieder“ sind ganz in der schwül durchtränkten Jugendstilwelt Wiens zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges beheimatet.
Das ist auch die Zeit, in der Sigmund Freuds bahnbrechendes Werk „Die Traumdeutung“ erscheint, in dem Michael Veltman die Textfragmente seiner „Dunklen Lieder“ findet.
Dienstag, 1.6.2010, 20h
Theater im BallsaalArnold Schönberg Das Buch der hängenden Gärten op. 15 (1910) für Singstimme und Klavier
Michael Veltman Dunkle Lieder (2008/2010) für Singstimme und Klavier
∞ Improvisationen
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Michael Veltman | Klavier |
Anläßlich der Wiener Uraufführung des »Buchs der hängenden Gärten« im Januar 1910 schrieb Schönberg: »Mit den Liedern nach George ist es mir zum erstenmal gelungen, einem Ausdrucks- und Formideal nahezukommen, das mir seit Jahren vorschwebt. Es zu verwirklichen, gebrach es mir bis dahin an Kraft und Sicherheit. Nun ich aber diese Bahn endgültig betreten habe, bin ich mir bewußt, alle Schranken einer vergangenen Ästhetik durchbrochen zu haben; und wenn ich auch einem mir als sicher erscheinenden Ziel zustrebe, so fühle ich dennoch schon jetzt den Widerstand, den ich zu überwinden haben werde; fühle den Hitzegrad der Auflehnung und ahne, daß selbst solche, die mir bisher geglaubt haben, die Notwendigkeit dieser Entwicklung nicht werden einsehen wollen.«
Der Schauplatz der Gedichte von Stefan George sind die Hängenden Gärten, deren Urbild die zu den sieben Weltwundern der Antike zählenden Gärten der Semiramis in Babylon sind. Das Gartenmotiv kann, wie auch das Orientmotiv, als ein Topos der Zeit um 1900 angesehen werden, da beide Motive die l'art-pour-l'art-Kunst beherrschten.
Dienstag, 16.3.2010, 20h
Alte Feuerwache KölnMusik von Michael Veltman mit Videos von Mathias Max Herrmann
außerdem Musik von Friedrich Jaecker und Morton Feldman
Michael Veltman song-crave für eine singende Cellistin
Michael Veltman unmöglich jedoch zu sagen: seine Liebe ist tief, aber niedrig für Klavier, Bassflöte (auch Große Flöte), Viola, Violoncello, Bassklarinette und Kleine Trommel
Michael Veltman Weiss (UA) für Stimme, Flöte, Klarinette, Viola, Klavier und Schlagzeug
Friedrich Jaecker ohne Titel (Cy Twombly) für Bassflöte, Klavier und Violoncello
Morton Feldman Piano Piece (to Philipp Guston)
Morton Feldman Durations IV für Violine, Violoncello und Vibraphon
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Stimme |
| Evelin Degen | Flöte |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Philipp Kronbichler | Klavier |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
| Michael Veltman | Leitung |
Viele der Kompositionen von Michael Veltman kreisen um den Punkt des Verschwindens. Das Erklingen eines Akkordes ist die Errungenschaft, sich gegen das Schweigen behauptet zu haben. Die Existenz eines Tones verweist auf sein Fehlen.
Im Konzert KLANG_GESICHTE trifft diese Musik auf Bilder, die in ähnlicher Weise aus dem Dunkeln aufsteigen, bevor sie sich, grobkörnig, wieder auflösen. Es ist eine Konfrontation, denn wie unterschiedlich Musik und Film funktionieren, wird deutlich, wenn man ihre Reproduktionsmöglichkeiten betrachtet. Ein akustisches Signal kann auf einem analogen Datenträger gespeichert und wieder abgespielt werden. Das bewegte Bild lässt sich nicht analog, sondern nur mit Hilfe eines Tricks aufzeichnen und wiedergeben. Nur durch das Zerhacken der Bewegung in Einzelbilder, durch eine optische Täuschung lässt sich die Datenflut in den Griff bekommen.
Das Zerlegen der Bewegung in Intervalle ist das Thema in den Filmen von Mathias Max Herrmann. Mit defekten Super8-Kameras aufgenommene Einzelbildsequenzen lenken den Blick auf die Lücke, das Dunkel zwischen den belichteten Bereichen. Die Einzelbilder erscheinen nicht als scharfe Momentaufnahmen, sie sprengen den Bildrahmen, verschwimmen und zersetzen die Grenze zwischen hell und dunkel. Es sind Standbilder, in denen der Moment als verdichtete Zeit erscheint und sich dennoch nicht einfangen lässt, flüchtig bleibt. Wie die Musik, die nur ist, indem sie vergeht.
reiheM wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln und gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.
Dienstag, 17.11.2009
Alte Feuerwache Köln19h
Komponistenwerkstatt mit Tiziano Manca und Stefan Streich
20h
Tiziano Manca Deux Epigrammes Amoureuses et une Intimatione (2000) für Sopran, Klarinette, Violine, Violoncello, Schlagzeug, Klavier
Stefan Streich Neues Werk (2009) für Ensemble
Rebecca Saunders stirrings still (2006) für Flöte, Klarinette, Oboe, Klavier, Schlagzeug
Friedrich Jaecker Neues Werk (2009) für Ensemble
Johannes Quint Studie (sublime alterations) (2008) für Bratsche
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Flöte |
| Anja Schmiel | Oboe |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Christiane Veltman | Violine/Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
| Michael Veltman | Leitung |
Das Ensemble TRA I TEMPI stellt in einem Konzert mit vorhergehender öffentlicher Werkstatt (Vortrag und Diskussion) neue Werke der in Berlin lebenden Komponisten Stefan Streich, Tiziano Manca und Rebecca Saunders vor. Dem gegenüber stehen Werke von Komponisten, die eng mit TRA I TEMPI verbunden sind: Friedrich Jaecker und Johannes Quint.
Die Werke von Stefan Streich und Friedrich Jaecker sind Uraufführungen und entstehen im Kontakt mit dem Ensemble für dieses Projekt.
Stefan Streich und Tiziano Manca werden anwesend sein, mit dem Ensemble proben und in einer Werkstatt unmittelbar vor dem Konzert über ihr Komponieren sprechen und – im Gegenüber mit den Kölner Komponisten – die Situation der Neuen Musik in Berlin und Köln diskutieren.
Ein aktuelles Bild der Neuen Musik in beiden Städten entsteht.
Mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln und den Deutschen Musikrat
Sonntag, 1.11.2009, 20h
Theater im BallsaalJohannes Quint Studie (sublime alterations) (2008) für Bratsche
Morton Feldman Why patterns (1978) für Flöte (auch Altflöte und Bassflöte), Schlagzeug (Glockenspiel) und Klavier
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Bratsche |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
| Michael Veltman | Klavier |
Die Musik des „poetischen Extremisten“ Morton Feldman spielt für das Ensemble TRA I TEMPI eine entscheidende Rolle. Die Faszination dieser leisen, konzentrierten Musik, die nichts sein will, als Musik, ist ungebrochen.
Besonders die langen Stücke des Spätwerks vermögen Musiker und Konzertbesucher auf eine Reise der Innenschau mitzunehmen -- mit ungewissem Ziel.
Mit „Why patterns“ spielt das Ensemble TRA I TEMPI hier das erste Werk in der für den späten Feldman typischen Besetzung.
„Ja, ich habe eine neue instrumentale Form erfunden. Keiner redet über instrumentale Formen; Noten, darüber redet man. Aber wie Haydn das Streichquartett erfand, erfand ich etwas für Flöte, Schlagzeug und Klavier.“
In der Studie „sublime alterations“ von Johannes Quint geht es darum, Orientierung auszuhebeln. Alterations gibt es dabei auf der diastematischen und auf der zeitlichen Ebene: Vierteltonleitern, deren Eckpunkte nicht abzuschätzen sind, extrem langsame Glissandi und ein fast durchgängig changierendes Tempo.
Samstag, 19.9.2009, 22h
Musikhochschule Köln (Kammermusiksaal)Johannes Quint Studie (sublime alterations) (2008) für Bratsche
Morton Feldman Why patterns (1978) für Flöte (auch Altflöte und Bassflöte), Schlagzeug (Glockenspiel) und Klavier
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Bratsche |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
| Michael Veltman | Klavier |
Die Musik des „poetischen Extremisten“ Morton Feldman spielt für das Ensemble TRA I TEMPI eine entscheidende Rolle. Die Faszination dieser leisen, konzentrierten Musik, die nichts sein will, als Musik, ist ungebrochen.
Besonders die langen Stücke des Spätwerks vermögen Musiker und Konzertbesucher auf eine Reise der Innenschau mitzunehmen – mit ungewissem Ziel.
Mit „Why patterns“ spielt das Ensemble TRA I TEMPI hier das erste Werk in der für den späten Feldman typischen Besetzung.
„Ja, ich habe eine neue instrumentale Form erfunden. Keiner redet über instrumentale Formen; Noten, darüber redet man. Aber wie Haydn das Streichquartett erfand, erfand ich etwas für Flöte, Schlagzeug und Klavier.“
In der Studie „sublime alterations“ von Johannes Quint geht es darum, Orientierung auszuhebeln. Alterations gibt es dabei auf der diastematischen und auf der zeitlichen Ebene: Vierteltonleitern, deren Eckpunkte nicht abzuschätzen sind, extrem langsame Glissandi und ein fast durchgängig changierendes Tempo.
Dienstag, 9.12.08
Alte Feuerwache Köln19h
Neues über die Neue Musik in Moskau ein Bericht mit Klangbeispielen von Ivan Sokolov
20h
Alexander Raskatov Die Zeit der fallenden Blätter (2006)
Viktor Ekimovski Balletto
Michael Veltman Neues Werk (2008, UA)
Improvisation beider Ensembles
22h
Ivan Sokolov Wunder mag die Fersen wärmen. Neufassung (2008) einer „Oper“ auf Texte von Alexander Wedenski (UA 2000 in Moskau) für Sängerin, zwei Schlagzeuger, Klavier und Ensemble
Ensemble TRA I TEMPI| Evelin Degen | Große Flöte, Alt-, Bassflöte |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Christiane Veltman | Violine/Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Michael Veltman | Dirigent |
| Elena Solotova | Sopran |
| Mark Pekarski | Schlagzeug |
| Dmitri Schjolkin | Schlagzeug |
| Ivan Sokolov | Klavier |
Das Ensemble TRA I TEMPI entwickelte gemeinsam mit dem Komponisten und Pianisten Ivan Sokolov, der zwischen Köln und Moskau lebt und am dortigen Konservatorium unterrichtet, die Idee eines künstlerischen Austausches.
Gefördert durch die SK-Stiftung und das Kulturamt der Stadt Köln
Freitag, 14.11.2008, 20h
LoftMichael Veltman DUNKLE LIEDER Sie geht
Johannes Quint Studie (sublime alterations) (2008) für Bratsche solo (UA)
Friedrich Jaecker Bagatellen (2007)
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Michael Veltman | Klavier |
| Christiane Veltman | Bratsche |
| Jovita Zähl | Klavier |
Wir stehen im Hellen und blicken in das Zimmer durch die halbgeöffnete Tür, im Halbdunkel liegt es; in das Zimmer, in dem die Verwandlung geschehen ist, und sehen uns selbst, auf dem Boden kriechend in Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit, das Bündel von schwarzem Gemüse ablehnend.
Sonntag, 12.10.2008, 20h
Theater im BallsaalMichael Veltman vor-before (2007, Neufassung 2008) für Viola
Friedrich Jaecker ohne Titel (Cy Twombly) (2008) für Bassflöte, Klavier und Violoncello
Adriana Hölszky Monolog für Frauenstimme mit Pauke (1977)
Friedrich Jaecker (Komposition) und Eberhard Zummach (Idee und Schriftsegmente) Tombeau für Anna Politkovskaja (2007, UA)
| Nicole Ferrein | Stimme, Bewegung |
| Evelin Degen | Große Flöte, Alt-, Bassflöte |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Eberhard Zummach | Schriftsegmente |
| Taro Sladek | Bewegung |
| Milan Sladek | Regie |
Die Aktion für Flöten, unsichtbares Klavier, Bewegungssolistin und neunundvierzig Schriftsegmente erinnert an die russische Journalistin Anna Politkovskaja. Sie setzte sich unerschrocken für die Menschenrechte und die Freiheit der Information ein und wurde am 7.10.2006 in ihrem Haus in Moskau erschossen.
Dem Tombeau aus Musik, Raum und Bewegung geht eine allmähliche Annäherung voraus. Ausgehend von einem rein instrumentalen Bratschensolo über ein durch den Maler und Zeichner Cy Twombly angeregten Trio bis zu einem absurden Monolog für Frauenstimme und Pauke, in dem das Theatralische und das Klangliche untrennbar verbunden sind.
Samstag, 20.9.2008, 21h
Museum für angewandte KunstAdriana Hölszky Monolog für Frauenstimme mit Pauke (1977)
Friedrich Jaecker ohne Titel (Cy Twombly) (2008) für Bassflöte, Klavier und Violoncello
Michael Veltman vor-before (2007, Neufassung 2008) für Viola
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Bassflöte |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Milan Sladek | Regie |
Sonntag, 1.6.2008, 20h
Theater im BallsaalCharles Ives (1874-1954) Concord Sonata (1909-1915) für Klavier (mit Flöte und Viola von Ferne)
| Christoph Maria Wagner | Klavier |
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Viola |
Die Musik des „Dilettanten“ Ives – im Brotberuf war Ives ein erfolgreicher Versicherungskaufmann – wurde lange Zeit ignoriert und belächelt. Heute gilt sie in ihrer Unabhängigkeit und Radikalität als wesentlicher Impuls der Neuen Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts.
Mitreißend virtuos spiegelt die sogenannte Concord Sonata – zuerst für unspielbar gehalten – die für Ives typische Verbindung heterogener Elemente. Zitate – so aus Beethovens fünfter Symphonie und die Melodie einer kirchlichen Hymne – und Eigenes werden in komplexer Weise geschichtet.
Gleichzeitig ist die Concord Sonata eine Hommage an die amerikanischen Transzendentalisten Emerson, Thoreau, Hawthorne und die Alcotts, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Concord Massachusetts beheimatet waren.
Christoph Maria Wagner wurde am 28.11.1966 in Pfullendorf (Nähe Bodensee) geboren. Er studierte Dirigieren und Komposition an der Hochschule für Musik Köln, seine pianistische Ausbildung erhielt er bei Dario Gomez und Prof. Klaus Oldemeyer. Er konzertiert im In- und Ausland als Pianist und Dirigent und unterrichtet Partitur- und Generalbaßspiel an der Hochschule für Musik Köln. 1992 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Konstanz, 1999 den 1.Preis beim 1. Internationalen Wettbewerb für Komposition und Interpretation des European Flute Festival. 2006 hat er in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk eine Super-Audio-CD seines Klavierwerkes aufgenommen, die beim Label cybele records erschienen ist.
Sonntag, 11.5.2008, 20h
Theater im BallsaalMorton Feldman (1926 – 1987) Crippled Symmetry (1983) für Flöte/Bassflöte, Vibraphon/Glockenspiel, Klavier/Celesta
| Evelin Degen | Flöte/Bassflöte |
| Carlos Tarcha | Vibraphon/Glockenspiel |
| Michael Veltman | Klavier/Celesta |
Die Musik des „poetischen Extremisten“ Morton Feldman spielt für das Ensemble TRA I TEMPI eine entscheidende Rolle. Die Faszination dieser leisen, konzentrierten Musik, die nichts sein will, als Musik, ist ungebrochen.
Besonders die langen Stücke des Spätwerks vermögen Musiker und Konzertbesucher auf eine Reise der Innenschau mitzunehmen – mit ungewissem Ziel.
Mit dem eineinhalbstündigen Crippled Symmetry spielt das Ensemble TRA I TEMPI hier zum ersten Mal ein Werk in der für den späten Feldman typischen Besetzung.
„Ja, ich habe eine neue instrumentale Form erfunden. Keiner redet über instrumentale Formen; Noten, darüber redet man. Aber wie Haydn das Streichquartett erfand, erfand ich etwas für Flöte, Schlagzeug und Klavier.“
Dienstag, 23.10.2007, 20h
Alte Feuerwache KölnSonntag, 2.12.2007, 20h
Theater im BallsaalGiacinto Scelsi Manto 1, 2, 3 (Viola, Stimme)
Michael Veltman song-crave (Violoncello)
Klaus Lang einfalt. stille (Stimme, Flöte, Schlagzeug, Viola)
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Violine und Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Carlos Tarcha | Schlagzeug |
Sonntag, 28.10.2007, 20h
Theater im BallsaalDienstag, 30.10.2007, 20h
Alte Feuerwache KölnJohn Cage Aria Stimme
Jamilia Jazylbekova Neues Stück UA Ensemble
Johannes Quint Neues Stück UA Ensemble
Improvisation Jamilia Jazylbekova und Ensemble
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Stimme |
| Jamilia Jazylbekova | Stimme |
| Evelin Degen | Flöte |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Michael Veltman | Leitung |
Die beiden Konzerte „Die entgrenzte Stimme“ beleuchten den Facettenreichtum der Stimme in der Neuen Musik, die Erweiterung ihrer Möglichkeiten im Sinne einer offenen, geradezu atemberaubenden Virtuosität, aber auch im Sinne einer innigen Lebensäußerung ohne Schutz.
Ausgehend von Klassikern der Neuen Musik wie Cage und Scelsi, stehen im Zentrum der Konzerte neue und neueste Kompositionen, u.a. Uraufführungen von Jamilia Jazylbekova, Johannes Quint, sowie die 50minütige Komposition einfalt. stille (2002) von Klaus Lang.
Eine vokal / instrumentale Improvisation der Komponistin und Stimmperformerin Jamilia Jazylbekova mit dem Ensemble TRA I TEMPI ist der Versuch, die Dynamik einer Momentaufnahme für neue Möglichkeiten der Öffnung zu nutzen.
Bedeutet Entgrenzung zum einen sicher das Erkunden stimmlicher Virtuosität, so können auf der anderen Seite konsequente Einfachheit oder auch die Kombination einer ungeschulten Stimme mit höchst komplexen instrumentalen Vorgängen eine Entgrenzung, vielleicht in noch tieferem Sinn, darstellen.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln im Rahmen der Reihe Experimentierfeld Neue Musik und das Kulturamt der Stadt Bonn
Sonntag, 7.10.2007, 20h
Theater im BallsaalAlvin Lucier I am sitting in a room
Einführung und Realisierung: Johannes Quint
Der Bonner Komponist Johannes Quintstudierte u.a. bei Günther Becker und Hans Zender. Seine Werke wurden durch bedeutende Ensembles im Bereich Neue Musik aufgeführt (Ensemble Modern, Klangforum Wien,Musikfabrik NRW, Neue Vocalsolisten Stuttgart etc.). Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise, Stipendien und Kompositionsaufträge.
Samstag, 15.9.2007, 18h
Bechstein Centrum Glockengasse 6"L' orrizonte luminoso"
Morton Feldman Voice, Violin and Piano (1976)
Salvatore Sciarrino L' orrizonte luminoso di Aton (1989) für Flöte
Klaus Lang Dangerous foxes are illusions (2006) für Violine, Violoncello und Klavier
Michael Veltman haltlos (2007) für Sopran, Bassflöte, Viola und Violoncello (und Wanderer)
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Violine und Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
Freitag, 1.6.2007, 20h
Alte Feuerwache Köln20h
Konzert 1 – Ensemble-Impressionen
Friedrich Jaecker Worte, inwendig (UA) für Bassflöte, Bassklarinette, (Bass-) Posaune, zwei Schlagzeuger, Klavier, Viola, Violoncello und Kontrabass
e-mex-ensemble
22h
Konzert 2 – Solo-Impressionen
Michael Veltman vor-before (UA) für Viola
| Christiane Veltman | Viola |
Mittwoch, 25.4.2007, 21h
DomGiacinto Scelsi (1905-1988) | Manto I und III (1957) für Viola und Gesang
Friedrich Jaecker (*1950) | Sphinx (1999) für Sopran, Altflöte und Viola, Text von Heinrich Heine
Michael Veltman (*1960)| Neues Werk (2007) für Stimme, Flöte, Viola und Violoncello
Ensemble TRA I TEMPI
| Nicole Ferrein | Sopran |
| Evelin Degen | Flöte |
| Christiane Veltman | Violine und Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
Sonntag, 22.4.2007, 20h
Theater im BallsaalGiacinto Scelsi Maknongan (1976)
Thomas Schroers [_] (1991)
Lewis Nielson Danger Man (2000)
Friedrich Jaecker Schatten, Bilder (2004)
Johannes Quint Arabeske (2006)
| Gottfried Engels | Kontrabass |
| Carlos Tarcha | Percussion |
Die Schattenseite des Klangs und die bunte Welt der Geräusche - Außenseiter unter den Musikinstrumenten finden sich zusammen. Zwei international bekannte Solisten, beide sind Professoren an der Musikhochschule Köln, spielen neue und neueste Musik.
Sonntag, 5.11.2006, 20h
Theater im BallsaalMorton Feldman Piano, Violin, Viola, Cello (1987)
| Angela Jaffé | Violine |
| Christiane Veltman | Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Michael Veltman | Klavier |
Die faszinierende Musik des „poetischen Extremisten“ Morton Feldman, besonders seine späten, langen Kompositionen, sind ein Schwerpunkt des Ensemble TRA I TEMPI.
Hörer und Interpreten begeben sich in diesen leisen, von extremer innerer Spannung getragenen, Kompositionen auf eine Reise, die Feldman selbst so beschreibt:
Es ist, als ob es eine kontinuierliche Brechung des Lichtes gäbe.
Ich höre etwas, das fast dasselbe ist – aber nicht wirklich dasselbe.
Piano, Violin, Viola, Cello, ein „monolithischer Block“ von eineinhalb Stunden Dauer, ist Morton Feldmans letzte Komposition, fertig gestellt im Mai 1987, unmittelbar vor der Diagnose der tödlichen Krankheit.
Uraufgeführt wurde sie am 4. Juli desselben Jahres im Rahmen einer Meisterklasse für Komposition, die Morton Feldman in Middelburg (Holland) gab.
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Bonn
Sonntag, 24.9.2006, 20h
Theater im BallsaalJohannes Fritsch / Samuel Beckett damals für Tonband und Orgel
Komponistengespräch mit Johannes Fritsch
Die Komposition damals (1992) schrieb Johannes Fritsch ursprünglich als Schauspielmusik zu dem gleichnamigen Text von Samuel Beckett.
| Michael Veltman | Orgel |
| Mathias Max Herrmann | Sprecher |
Wie es Beckett vorschreibt, erklingt der Text vom Band, der Schauspieler ist nur zu sehen.
Diese Aufführung arbeitet mit einer Neuproduktion des Textes durch den Schauspieler Mathias Max Herrmann (Schauspiel Frankfurt), die im Feedback-Studio von Johannes Fritsch entstand. Die Orgel dagegen wird live gespielt. Die Musik hat keinen eigenen Rhythmus, sondern muss Wort für Wort, Silbe für Silbe auf das genaueste dem vorproduzierten Text in genauer Kenntnis in seinem Tempo, Rhythmus, in seiner Gestaltung folgen.
Ein Drahtseilakt über 45 Minuten.
Mit der Aufführung von damals feiern wir zwei Jubiläen gleichzeitig: den 100. Geburtstag von Samuel Beckett und den 65. Geburtstag von Johannes Fritsch. Fritsch lehrt als Professor Komposition an der Musikhochschule Köln. Er war Schüler von Bernd Alois Zimmermann.
Als langjähriges Mitglied des Stockhausen-Ensembles war er u.a. an den legendären Stockhausen-Aufführungen der Weltausstellung in Osaka 1970 beteiligt. 1970/71 gründete er das Feedback-Studio und den Feedback-Verlag. Beide existieren bis heute als lebendige Foren der Neuen Musik.
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Bonn.
Sonntag, 11.6.2006, 20h
Theater im Ballsaal| Konstantin Gockel | Violine |
Johannes Quint Sweet Beauty (UA) für Violine solo
Konstantin Gockel Die Stimme der Schlange für Violine solo
Als Geiger und Interpret seiner eigenen Werke machte Konstantin Gockel Konzertreisen in alle europäischen Länder sowie in die USA, nach Kanada, Südamerika und Südkorea. Er erhielt zahlreiche Preise und war an über 30 Uraufführungen namhafter Komponisten (u.a. von Morton Feldman, Pauline Oliveros, Doris Hays, Walter Zimmermann und Klarenz Barlow) beteiligt. Seine eigenen Kompositionen produzierte u.a. der WDR und die 'Logos Stichting' in Gent.
In der Reihe 'Erlebnis Neue Musik' wird Gockel 'Die Stimme der Schlange' sowie die Uraufführung von 'Sweet Beauty' des Bonner Komponisten Johannes Quint spielen.
Sonntag, 13.11.2005, 20h
| Christiane Veltman | Viola |
| Michael Veltman | Klavier |
„For John Cage“ schrieb der amerikanische Komponist Morton Feldman 1982 für ein Konzert zum 70. Geburtstag seines Lehrer-Freundes Cage, der ihn einen „poetischen Extremisten“ genannt hatte.
Rhythmisch wesentlich komplexer und durch die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Violine und Klavier klanglich raffinierter – Ich höre keine einzige Note, wenn ich sie niederschreibe, ohne im gleichen Augenblick ihr Register zu kennen, ohne das Instrument, das sie spielen soll. – unterscheidet sich „For John Cage“ von den zuletzt im Ballsaal gehörten Klavierkompositionen „For Bunita Marcus“ und „Palais de Mari“.
Hörer und Interpreten begeben sich in den langen Feldman-Kompositionen auf eine Reise, die Feldman selbst so beschreibt: Es ist, als ob es eine kontinuierliche Brechung des Lichtes gäbe. Ich höre etwas, das fast dasselbe ist aber nicht wirklich dasselbe.
Sonntag, 30.10.2005, 20h
| multimode – Ensemble für experimentelle neue Musik | |
|---|---|
| Lucia Mense | Blockflöte |
| Tiziana Bertoncini | Violine |
| Bettina Wenzel | Stimme |
| als Gast: hans w. koch | Computertechnik |
Vorgang der Zellteilung: aus einem Wechsel von Momenten der Teilung und sog. Interphasen, den eigentlichen Phasen des Wachstums entsteht Musik.
Computer- und Aufnahmetechnik ermöglichen, dass bereits vorangegangene Phasen des Konzertes in Beziehung treten zu gerade Erklingendem.
Progressiv entstehen als Live-Komposition Interphasen I – VII, die den Zuhörer klangliche Vielschichtigkeit und filigrane Komplexität erleben lassen.
mit freundlicher Unterstützung: Konzert des Deutschen Musikrates
Sonntag, 12.6.2005, 20h
Theater im BallsaalMorton Feldman (1926 – 1987)
Durations 1 (1960) für Altflöte, Violine, Violoncello und Klavier
Palais de Mari (1986) für Klavier
Johannes Fritsch (*1941)
Quintett 2003 für Altflöte, Bassklarinette, Viola, Violoncello und Klavier
Michael Veltman (*1960)
Dreiundzwanzig, vierundzwanzig (2004) für Flöte
Neues Werk (2005) für Viola, Bassklarinette und Violoncello (UA)
| Evelin Degen | Flöte |
| Joachim Striepens | Klarinette |
| Christiane Veltman | Violine/Viola |
| Felicia Meric | Violoncello |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Michael Veltman | Klavier, Dirigent |
Sonntag, 1.5.2005, 20h
Theater im BallsaalAndreas Fervers (*1957)
TD für große Trommel
6 Bagatellen für Klavier (UA)
Joseph Haydn
Klaviersonate C-Dur Hob XVI:48
Johannes Quint (*1963)
*** für Klavier solo
Melancholic Parataxis für Geige, Schlagzeug und Klavier (UA)
Claude Debussy
Etude pour les agréments
| Elisabeth Kreuzer | Geige |
| Tibor Herczeg | Schlagzeug |
| Ursel Quint | Klavier |
Sonntag, 3.4.2005, 20h
Theater im BallsaalGalina Ustvolskaya (*1919) 12 Präludien
Galina Ustvolskaya Sonate Nr. 5
Galina Ustvolskaya Sonate Nr. 6
Ivan Sokolov (*1960) VOLOKOS
Ivan Sokolov Am Himmel
Ivan Sokolov Über CAGE
Ivan Sokolov 13 Stücke
| Ivan Sokolov | Klavier und Moderation |
Giacinto Scelsi zum 100. Geburtstag
Werke von Giacinto Scelsi und Friedrich Jaecker.
Giacinto Scelsi (1905 – 1988) Manto I (1957) (1983) für Viola
Giacinto Scelsi Manto per quattro (1974)) für Stimme, Flöte, Posaune, Violoncello
Giacinto Scelsi Three Pieces (1956)für Posaune
Giacinto Scelsi Il allait seul (1974) für Violoncello
Friedrich Jaecker (*1950) Dorn für Viola (2002)
Friedrich Jaecker Hölderlin, Fragmente (1998/2005) für Gesang, Flöte, Posaune, Viola, Violoncello und Klavier (UA)
| Nicole Ferrein | Gesang |
| Petra Keßler | Flöte |
| Christiane Veltman | Viola |
| Linda Mantcheva | Violoncello |
| Jan Böhme | Posaune |
| Friedrich Jaecker | Klavier |
| Michael Veltman | Dirigent |
| Moderation | Friedrich Jaecker |
